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Chefarzt Prof. Dr. Hermann Heimberger

 

MEDIZIN - RADIOLOGIE - INFORMATIONEN 

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Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs müssen überdacht und neu definiert werden


Pressemitteilung ECR Wien, 6. März 2015. 
Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs müssen überdacht und neu definiert werden, zumindest werden das die Vortragenden am European Congress of Radiology (ECR) in einer Session zu MRT-geführten Interventionen an der Prostata intensiv diskutieren. Der Leiter der Session, Anwar R. Padhani, Oberarzt am Paul Strickland Scanner Centre des Mount Vernon Hospital und Professor am Institute of Cancer Research in London, erklärt, warum er diese Diskussion für unabdingbar hält.

„Die Zugangsweise zur Prostatakrebs Behandlung und Therapie ist kontrovers und polarisiert. Serum PSA Werte können falschen Alarm bedeuten oder geben eine falsche Gewissheit, während Biopsien systematisch sind, aber nicht gezielt, und die Krebsaggressivität in 20–30% der Fälle unterschätzen. Die Diagnostikmethoden, die uns zurzeit zur Verfügung stehen, bringen eine unbefriedigende Leistung, wenn es darum geht, zwischen nicht aggressiven Erkrankungen und bösartigem Krebs zu unterscheiden“, so Padhani.
Unter Anwendung der derzeitigen Methoden werden klinisch indolente Krebserkrankungen oft zufällig entdeckt, signifikante Läsionen übersehen und relevante Krebsfunde fälschlicherweise als unwichtig klassifiziert. Als Resultat unterziehen sich Männer einer Behandlung der gesamten Drüse, als Folge einer Krebserkrankung, die ihr Leben nicht beeinflussen würde, mit Konsequenzen durch den Eingriff, wie Inkontinenz und Impotenz, die dies sehr wohl tun und darüber hinaus kostspielig sind.
„Männer mit Prostatakrebs sind sowohl unter- als auch überdiagnostiziert, sie sind zu viel und zu wenig behandelt. Es ist ein völliges Durcheinander. Hier sind rasche Verbesserungen nötig und die Bildgebung ist der Weg dorthin“, so Padhani.
Es ist unumgänglich, den bösartigen Krebs innerhalb der Drüse genau zu erkennen, zu definieren und abzugrenzen. Der Einsatz von neuen Ultraschalltechniken und Multi-Parameter MRT während der Biopsie ermöglicht dies, und nun müssen RadiologInnen lernen, das meiste aus diesen Möglichkeiten zu machen.
Die Session am Freitag wird einen umfangreichen Überblick über die verfügbaren bildgebenden Methoden geben, welche bei der fokalen Stichprobenentnahme an der Prostata zum Einsatz kommen, um einen Krebsverdacht auszuschließen. Radiologische Methoden in der Therapie von gut- und bösartigen Prostataerkrankungen, sowie Langzeitergebnisse und Komplikationen werden ebenfalls Thema der Session sein, wie auch die Diskussion über die Notwendigkeit von minimal-invasiven diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.
Die Vorträge sollen auch für RadiologInnen ein Anstoß sein, ihre Herangehensweise bei der Prostatakrebsbehandlung zu verändern, hofft Padhani. „Wir Radiologen müssen uns verändern und dafür müssen wir auch beginnen, anders zu denken. Prostatakrebs ist die letzte Krebserkrankung, bei der bildgebende Methoden nicht die klar führende Rolle in der Diagnose haben. Multi-Parameter MRT ist auf dem Weg, eine Schlüsselrolle in der Diagnose von Prostatakrebs zu spielen, ebenso wie gezielte MRT-geführte Biopsien von Läsionen. Die Erhaltung von Gewebe durch aktive Überwachung und fokale Therapie wird ein wichtiger Schritt gegen die Überbehandlung von Prostatakrebs sein“, so Padhani abschließend.
 

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Brennpunkt Bildgebung: PatientInnen und RadiologInnen profitieren von gesteigertem Interesse an Screening-Programmen


Pressemitteilung ECR - Wien, 5. März, 2015. 
Screening gewinnt in der Gesundheitsvorsorge immer mehr an Bedeutung, wie eine eigene Professional Challenges Session am European Congress of Radiology, 4.–8. März im Austria Center Vienna, zeigen wird. Vom neuesten Biomarker bis hin zur Genomik und Metabolomik, das Screening von größeren PatientInnen Gruppen wird ein immer wichtigerer Teil der Vorhersage diverser Erkrankungen, führt Professor Norbert Hosten von der Ernst-Moritz-Arndt Universität in Greifswald, Deutschland, Vorsitzender dieser Session am ECR, aus.

So tragen die aus Screening Studien gewonnen Informationen auf unterschiedlichste Art und Weise zum medizinischen Wissen bei, so Hosten: „Zuerst einmal wird die Relevanz der Ergebnisse durch die lange Laufzeit solcher Studien verstärkt und ebenso können die gewonnenen Ergebnisse mit anderen, gewonnen aus z.B. kognitiven Funktionstests, in Verbindung gebracht werden. Das Screening größerer Gruppen oder der Bevölkerung spielt eine große Rolle für die Radiologie, da durch die große Anzahl an PatientInnen die Akzeptanz der wissenschaftlichen Ergebnisse stark ansteigt“.

In Deutschland gib es zurzeit einige große multizentrische Studien wie zum Beispiel die Study of Health in Pomerania (SHIP), in der gesamtgesundheitliche Aspekte in Zusammenarbeit mit Epidemiologen, unter der Verwendung von Ganzkörper MRT Scans, untersucht werden. Darüber hinaus arbeiten die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) an einer gemeinsamen Studie zur Trauma-Bildgebung mit der Zielsetzung, Standardprotokolle für die am besten einzusetzende Bildgebungsmethode zu definieren.
In den Niederlanden wurden bereits in den letzten beiden Jahrzehnten größere Bevölkerungsgruppen bildgebend untersucht, darunter 10.000 bis 15.000 EinwohnerInnen nahe Rotterdam, um herauszufinden, ob Frühanzeichen von neurodegenerativen Erkrankungen identifiziert werden könnten. Als Biomarker konnten lokales Gehirnvolumen, Verteilung und Quantifizierung von Schäden an der weißen Substanz des Zentralnervensystems, subklinische Gehirninfarkte sowie Mikroblutungen identifiziert werden. Ebenso konnte die strukturale und mikrostrukturale Integrität der weißen Substanz des Zentralnervensystems genau festlegt werden, deren Beschaffenheit mit der Entwicklung von leichten kognitiven Beeinträchtigungen bis hin zur vollständigen Demenz einhergeht, lange bevor andere Symptome auftreten.
Screening erweist sich auch im kardiologischen und onkologischen Bereich als hilfreich, wenn es darum geht, Tumoranzeichen, oder andere Erkrankungen wie Leberzirrhose oder Osteoporose frühzeitig zu erkennen. Zurzeit gibt es weitere Studien in Deutschland und Großbritannien, die auch die Frage nach der Verantwortung der RadiologInnen aufwerfen, sollten im Zuge eines Screenings Anomalien gefunden werden.
„Bei traditionellen epidemiologischen Studien kommt es zu keinen Interventionen. Bei radiologischen Screenings wissen die RadiologInnen aber wie ein Tumor der Niere aussieht, wenn sie einen solchen während eines Scans entdecken. Ich denke, wir sind verpflichtet, hier zu intervenieren, aber die große Frage ist, wann machen wir das und wann nicht?“, so Hosten.

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Europäischer Radiologenkongress in Wien (ECR 2015) setzt neue Standards


Pressemitteilung ECR - Wien, 4. März 2015.
Ab heute bis zum 8. März werden am 27. European Congress of Radiology (ECR) im Wiener Austria Center die neuesten Erkenntnisse und Trends der medizinischen Bildgebung präsentiert. Zum zehnjährigen Bestehen der European Society of Radiology (ESR) werden über 20.000 TeilnehmerInnen aus mehr als 100 Ländern erwartet.

 

Als etabliertes Treffen für SpezialistInnen aller radiologischen Disziplinen, bietet der ECR 2015 ein noch umfangreicheres Programm, um den steigenden Ansprüchen der Disziplin und der hohen Nachfrage an exzellenter Aus- und Fortbildung gerecht zu werden. Einen Blick in die Zukunft der Radiologie gewähren unter anderem die New Horizons Vorträge, die sich 2015 mit den Themen bildgebungsgesteuerte Interventionen an der Prostata, umfassende personalisierte Bildgebung bei Herz-Lungen Erkrankungen und optische molekulare Bildgebung befassen.

Darüber hinaus bietet der ECR 2015 unter anderem drei State of the Art Symposien, neun Professional Challenges Sessions, 16 Special Focus Sessions, 72 Auffrischungskurse und drei multidisziplinäre Vortragsreihen, in denen RadiologInnen, OnkologInnen, HämatologInnen und ChirurgInnen sich mit der gemeinsamen Behandlung von KrebspatientInnen auseinandersetzen.

„Der ECR 2015 ist ein besonderer Kongress, da wir das zehnjährige Bestehen der ESR feiern, deren Gründung ein wichtiger Schritt für die Einheit der radiologischen Disziplin in Europa war und zu einer großen Verbesserung der Leistungen für RadiologInnen und solchen in Ausbildung geführt hat. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl soll das Kongressmotto „Radiologie ohne Grenzen“ widerspiegeln. Der ECR bringt jedes Jahr so viele RadiologInnen aus Europa und der ganzen Welt hier in Wien zusammen, unabhängig davon, wie die Begleitumstände in den jeweiligen Ländern sind“, freut sich ECR 2015 Kongresspräsident Professor Bernd Hamm aus Berlin.

Mit der Neustrukturierung des Ausbildungsprogrammes wird versucht, den TeilnehmerInnen einen klareren Überblick über das vielfältige Angebot zu ermöglichen. Viele Vorträge wurden nun in die Kategorie „European Excellence in Education“ (E³) integriert, um das Kongressprogramm übersichtlicher zu gestalten, so ESR Präsident Prof. Lorenzo Bonomo aus Rom. „Die Neustrukturierung in Anlehnung an das Europäische Trainings Curriculum für Radiologie ist ein wichtiger Schritt, um sich einerseits leichter im Programm zurechtfinden zu können und um andererseits Synergien mit den übrigen Ausbildungsprogrammen der ESR zu erleichtern“.

Das E³ Programm deckt die gesamte Bandbreite des Ausbildungsspektrums vom Studium bis hin zur subspezialisierten Weiterbildung ab. Neben beliebten Fixpunkten wie dem Rising Stars Programm und den Beauty of Basic Knowledge Vorträgen, wird es mit den European Diploma Prep Sessions, den ECR Academies und den ECR Master Classes auch drei neue Formate geben. Diese fünf Kategorien stellen die einzelnen Abschnitte der radiologischen Ausbildung dar und spiegeln auch die Schritte einer professionellen medizinischen Karriere wider.

Um den Kongress noch mehr TeilnehmerInnen zugänglich zu machen, werden so gut wie alle Vorträge wieder in Echtzeit über die Plattform ECR Live im Internet gestreamt und sind auch nach dem Kongress weiterhin abrufbar. Die Möglichkeit, zeitgleich stattfindende Vorträge im Nachhinein ansehen zu können, ist sicherlich einer der Hauptgründe für den steigenden Erfolg dieses Services seit seiner Einführung vor 2 Jahren.

„Die Möglichkeit sich Vorträge zeitversetzt ansehen zu können, ist die Lösung eines Problems, welches auf allen Kongressen besteht. Der ECR bietet so viele unterschiedliche Vorträge, Kurse und Workshops, dass es bisher nicht möglich war, sich einen perfekten Zeitplan zu erstellen, ohne auf gewisse Programmpunkte verzichten zu müssen. Früher hätte man einfach Pech gehabt, heute haben wir hierfür eine simple und komfortable Lösung parat“, so Prof. Bonomo.

Neben allen Neuerungen wird es am ECR 2015 aber auch traditionelle Elemente wie das populäre ESR Meets Programm geben, dessen Gäste dieses Mal Deutschland, die Republik Korea, die Türkei, so wie die Partnerdisziplin der European Association of Urologists, mit einer Session zu Prostatakrebs, sein werden. Die European Federation of Radiographer Societies (EFRS) wird im Zuge des ESR Meets Programms eine Session unter dem Titel „EFRS meets Germany“ abhalten, um die essentielle Rolle der medizinisch-technischen RöntgenassistentInnen zu betonen.

Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie (European Society of Radiology/ESR), welche weltweit über 60.000 Radiologen vertritt. Mit mehr als 20.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse weltweit; zusätzlich bietet er eine der größten Industrieausstellung in Europa, bei der auf über 26.000 m² mehr als 300 internationale Firmen die neuesten Produkte der Medizintechnik anbieten.

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ECR 2015 in Wien


Europäischer Radiologenkongress in Wien (ECR 2015) setzt neue Standards Wien, (ESR). – Wie jedes Jahr werden auch im März 2015 wieder die neuesten Erkenntnisse und Trends der medizinischen Bildgebung am 27. European Congress of Radiology (ECR) im Wiener Austria Center präsentiert. Zum zehnjährigen Bestehen der European Society of Radiology (ESR) werden über 20.000 TeilnehmerInnen aus mehr als 100 Ländern erwartet.

Als etabliertes Treffen für SpezialistInnen aller radiologischen Disziplinen, bietet der ECR 2015 ein noch umfangreicheres Programm, um den steigenden Ansprüchen der Disziplin und der hohen Nachfrage an exzellenter Aus- und Fortbildung gerecht zu werden. Einen Blick in die Zukunft der Radiologie gewähren unter anderem die New Horizons Vorträge, die sich 2015 mit den Themen bildgebungsgesteuerte Interventionen an der Prostata, umfassende personalisierte Bildgebung bei Herz-Lungen Erkrankungen und optische molekulare Bildgebung befassen. Darüber hinaus bietet der ECR 2015 unter anderem drei State of the Art Symposien, neun Professional Challenges Sessions, 16 Special Focus Sessions, 72 Auffrischungskurse und drei multidisziplinäre Sessions, in denen RadiologInnen, OnkologInnen, HämatologInnen und ChirurgInnen sich mit der gemeinsamen Behandlung von KrebspatientInnen auseinandersetzen. Innovationen waren von Anfang an ein Grundpfeiler des ECR, ein Trend, der 2015 mit der Einführung des Online Votings für die „Best Paper Awards“ nach jedem Vortrag fortgesetzt wird. Mit der Neustrukturierung des Ausbildungsprogrammes wird versucht, den TeilnehmerInnen einen klareren Überblick über das vielfältige Angebot zu ermöglichen. Viele Vorträge wurden nun in die Kategorie „European Excellence in Education“ (E³) integriert, um das Kongressprogramm übersichtlicher zu gestalten, so ESR Präsident Prof. Lorenzo Bonomo aus Rom. „Die Neustrukturierung in Anlehnung an das Europäische Trainings Curriculum für Radiologie ist ein wichtiger Schritt, um sich einerseits leichter im Programm zurechtfinden zu können und um andererseits Synergien mit den übrigen Ausbildungsprogrammen der ESR zu erleichtern“. Das E³ Programm deckt die gesamte Bandbreite des Ausbildungsspektrums vom Studium bis hin zur subspezialisierten Weiterbildung ab. Neben beliebten Fixpunkten wie den Rising Stars und den Beauty of Basic Knowledge Vorträgen, wird es mit den European Diploma Prep Sessions, den ECR Academies und den ECR Master Classes auch drei neue Formate geben. Diese fünf Kategorien stellen die einzelnen Abschnitte der radiologischen Ausbildung dar und spiegeln auch die Schritte einer professionellen medizinischen Karriere wieder. Aber nicht nur die TeilnehmerInnen, sondern auch die Vortragenden sollen von dieser neuen, klaren Struktur profitieren, so ECR Kongresspräsident Prof. Bernd Hamm aus Berlin. „Wir erwarten uns, dass es durch diesen Schritt für die TeilnehmerInnen einfacher wird, sich die Programmpunkte zusammenzusuchen, von denen sie am meisten profitieren können. Genauso werden auch die Vortragenden ihre Vorträge noch besser auf ihr Publikum zuschneiden können, da sie bereits im Vorfeld wissen, wie sich dieses zusammensetzen wird. Ich bin schon gespannt zu sehen, wie die neue Struktur des Programmes bei den TeilnehmerInnen ankommt und ob dies eine gute Basis für zukünftige Weiterentwicklungen darstellt“, so Prof. Hamm.

Um den Kongress noch mehr TeilnehmerInnen zugänglich zu machen, werden so gut wie alle Vorträge wieder in Echtzeit über die Plattform ECR Live im Internet gestreamt und sind auch nach dem Kongress weiterhin abrufbar. Die Möglichkeit, zeitgleich stattfindende Vorträge im Nachhinein ansehen zu können, ist sicherlich einer der Hauptgründe für den steigenden Erfolg dieses Services seit seiner Einführung vor 2 Jahren. „Die Möglichkeit sich Vorträge zeitversetzt ansehen zu können, ist die Lösung eines Problems, welches auf allen Kongressen besteht. Der ECR bietet so viele unterschiedliche Vorträge, Kurse und Workshops, dass es bisher nicht möglich war, sich einen perfekten Zeitplan zu erstellen, ohne auf gewisse Programmpunkte verzichten zu müssen. Früher hätte man einfach Pech gehabt, heute haben wir hierfür eine simple und komfortable Lösung parat“, so Prof. Bonomo. Neben allen Neuerungen wird es am ECR 2015 aber auch traditionelle Elemente wie das populäre ESR Meets Programm geben, dessen Gäste dieses Mal Deutschland, die Republik Korea, die Türkei, so wie die Partnerdisziplin der European Association of Urologists, mit einer Session zu Prostatakrebs, sein werden. Die European Federation of Radiographer Societies (EFRS) wird im Zuge des ESR Meets Programms eine Session unter dem Titel „EFRS meets Germany“ abhalten, um die essentielle Rolle der medizinisch-technischen RöntgenassistentInnen zu betonen. Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie (European Society of Radiology/ESR), welche weltweit über 60.000 Radiologen vertritt. Mit mehr als 20.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse weltweit; zusätzlich bietet er eine der größten Industrieausstellung in Europa, bei der auf über 26.000 m² mehr als 300 internationale Firmen die neuesten Produkte der Medizintechnik anbieten.

Rückfragehinweis:
European Society of Radiology | ESR Julia Patuzzi, David Zizka
Press Office
ESR Office: Neutorgasse 9, 1010 Vienna,
Austria Phone: +43-1-533 40 64-545 | Fax: +43-1-533 40 64-441 press@myESR.org | myESR.org 

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Interventionelle Radiologen kümmern sich um Schmerzpatienten


Pressemeldung DRG 7.Jan2015

Zum zweiten Mal nach 2013 tagt das Interventionell-radiologische Olbert-Symposium (IROS) in Berlin. Die größte Tagung der minimalinvasiven und bildgesteuerten Therapie im deutschsprachigen Raum wird knapp 1.000 Spezialisten zusammenbringen, die die neuesten Trends dieser wachsenden Disziplin erörtern. Prof. Dr. Markus Düx, Chefarzt der Radiologie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main, ist der Kongresspräsident, und er erläutert hier die wichtigsten Themen.

Herr Professor Düx, Schwerpunkt des IROS 2015 ist die interventionelle Schmerztherapie. Bei welchen Patienten kommt sie zur Anwendung?

Das Spektrum ist sehr breit. Es beginnt bei der Behandlung schmerzhafter, osteodegenerativer Erkrankungen wie etwa von schmerzhaften Sehnenansatzpunkten oder schmerzhaften Wirbelbogengelenken, reicht über Patienten mit Bandscheibenvorfall bis hin zur Behandlung von Tumoren des Knochens und der Weichteile. Manchmal genügt es, eine Spritze mit langwirkenden Schmerzmitteln und Kortison an den Schmerzpunkt zu führen, um den Schmerz zu beseitigen oder in der Intensität zu lindern. Natürlich machen das auch andere Fachärzte. Die Behandlung durch den Radiologen hat aber den Vorteil, dass er sich moderner Bildsteuerung bedient, wir also am besten im Köper navigieren können, um den Schmerzpunkt auch wirklich zu erreichen.

 Welche Rolle spielt die Interventionelle Radiologie beim Tumorschmerz?

Tumorpatienten sind eine sensible und hochspezielle Gruppe. Weil es sich meist um sehr starke Schmerzen handelt, die weder durch Schmerzmittel in den Griff zu bekommen  noch anderen Verfahren zugänglich sind, kommt der Interventionelle Radiologe ins Spiel. So können wir  zum Beispiel schmerzhafte Knochenabbauprozesse wie Knochenmetastasen über einen minimal-invasiven Zugang mit Zement auffüllen und stabilisieren. Oder mit Sonden, die CT-gesteuert in einen schmerzhaften Tumorbereich geführt werden, können wir den Tumor lokal zerstören. Wir nennen das „Ablation“. Häufigstes Verfahren ist die Thermoablation,  dabei wird das Tumorgewebe verkocht. Die thermische Ablation kann selbst bei großen Tumoren eingesetzt werden, indem nur der Teil des Tumors behandelt wird, der den Schmerz verursacht. Das hat den Effekt, dass der Schmerz vom Patienten nicht mehr wahrgenommen wird, selbst wenn der Tumor in Gänze nicht mit Hilfe der thermischen Ablation zerstört werden kann.

 Einige Methoden erlauben die Behandlung gänzlich ohne Eingriff…

Das ist der jüngste Trend, die Intervention ohne Nadel und Katheter. Beispiel: die Behandlung von Uterusmyomen. Diese gutartigen Tumore der Gebärmutter können mit fokussierten Ultraschallwellen (FUS) behandelt werden. Die Ultraschallwellen werden gebündelt, um in einem Brennpunkt Hitze zu erzeugen. Bei der Uterusmyombehandlung erfolgt die Applikation der Ultraschallwellen über eine Ultraschallquelle im MRT-Tisch, wobei die Magnetresonanztomographie (MRT) als bildgebendes Verfahren eingesetzt wird, um die Myome zu lokalisieren und während der Behandlung die Temperaturentwicklung im Myom und umgebenden Gewebe zu messen. Eine Vielzahl von betroffenen Frauen, denen man nur noch die Entfernung der Gebärmutter oder die operative Entfernung der Myome in Aussicht stellte, sind bisher mit dieser Methode erfolgreich behandelt worden, unter Erhalt der Gebärmutter.

Und hier sind wir wieder bei der Schmerztherapie! FUS ist nämlich auch bei starken Rückenschmerzen und schmerzhaften Knochenmetastasen effektiv. Bei der schmerzhaften Facettengelenksarthrose wird mit FUS der schmerzvermittelnde Nerv am Wirbelbogengelenk desensibilisiert, das heißt das Schmerzempfinden ausgeschaltet, während der Nerv in den übrigen Funktionen erhalten bleibt. Das Bemerkenswerte beim fokussierten, nicht-invasiven Ultraschall ist die sofortige, andauernde Schmerzbeseitigung oder -linderung. Sollten die Schmerzen dennoch später einmal wiederkehren, ist die FUS-Therapie auch wiederholt einsetzbar.

 

Interventionelle Radiologie wird auch bei Krankenhausmanagern immer beliebter…

Das ist kein Wunder. Denn die von Radiologen ausgeführten minimal-invasiven Therapien verringern die Liegezeit. Viele Eingriffe können sogar gänzlich ambulant angeboten werden, auch die Personal- und OP-Kosten sind deutlich geringer als bei vielen Verfahren der „großen Chirurgie“. Im Zentrum aber steht das Wohl der Patienten. Und hier sehen wir neben dem Behandlungserfolg deutlich geringere Komplikationsraten und eine raschere Genesungszeit.

 Wie sichern Sie die Qualität der Behandlung?

Das ist ein wichtiger Punkt. Die Methoden sind ihrer Nischenexistenz entwachsen, finden bei vielen Patienten und in vielen Häusern Anwendung. Zudem gibt es einen enormen Innovationsschub, es gibt ständig neue minimal-invasive Techniken oder eine Verfeinerung bestehender Verfahren. Das stellt die Fachgesellschaften vor die wichtige Aufgabe, für Qualität zu sorgen. Zum Beispiel durch strukturierte Fortbildung wie auf dem IROS angeboten. Zudem gibt es seit einigen Jahren ein Zertifizierungsprogramm für Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, das den Fachärzten für Radiologie offen steht und einen fundierten qualitätsgesicherten Nachweis in den einzelnen Sparten – wie etwa die minimal-invasive Schmerztherapie, Tumortherapie und die minimal-invasive Behandlung von Gefäßkrankheiten –  verschafft.   Im Aufbau ist außerdem ein Hospitationsnetzwerk, das jungen Kollegen das Training am Tisch erlaubt –  unter Anleitung erfahrener Interventionalisten.

 IROS 2015 15.-17.01.2015 in Berlin

Weitere Informationen zur Dreiländertagung der Deutschen, Österreichischen
und Schweizerischen Gesellschaften (DeGIR, ÖGIR & SSCVIR) für Interventionelle Radiologie unter www.irosonline.de

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Letzte Änderung am: 03.10.2015