Sie können sich hier einloggen oder registrieren
Radiologie24 - Home Das Radiologie Fachportal
ALARA ("As Low As Reasonable Achievable")

 

INFORMATIONEN ZUM STRAHLENSCHUTZ IN DER PROJEKTIONSRADIOGRPAHIE

 

 

Diagnostische Referenzwerte (DRW)


Diagnostische Referenzwerte sind Dosiswerte für typische Röntgenuntersuchungen bezogen auf Standardphantome und Standardpatienten. So genannte "Standardpatienten" werden als "Patienten mit einem Gewicht von 70 +/- 3 kg" definiert. 

Bereits im Jahr 1996 schlägt die ICRP (International Commission on radiological protection) die Einführung von DRW vor (Publikation 73). Es handelt sich um Hilfsgrößen zum Erkennen von hohen Dosen durch Vergleich mit einer Referenzgröße. In der Schweiz arbeitet unter Leitung des BAG die Arbeitsgruppe OSUR (Optimierung des Strahlenschutzes bei dosisintensiven Untersuchungen in der Radiologie) an der Festlegung der DRW.

Die Dosisermittlung erfolgt in der konventionellen Diagnostik für jede Aufnahme über die Oberflächendosis am Patienten oder das Dosisflächenprodukt (DFP), wenn die Röntgenanlage hierfür entsprechend ausgestattet ist. Das Dosisflächenprodukt ist eine Messgröße in der Dosimetrie und Grundlage für die Berechnung der Strahlenbelastung während einer Röntgenaufnahme mit einem Röntgengerät (z.B. Durchleuchtung, Angiographie, Raster-Wand-Gerät, mobiler C-Arm usw.). Das Dosisflächenprodukt wird bisweilen auch Flächendosisprodukt (FDP) genannt.

Da in die Berechnung des Dosisflächenproduktes sowohl die exponierte Fläche wie auch die Dosis eingehen, ist der Wert dieser Größe vom Abstand zum Strahler unabhängig. Die Messung des DFP erfolgt mit Ionisationskammern, die am Strahlenaustrittsfenster des Röntgengerätes angebracht sind. Sie dokumentieren die Strahlendosis, der der Patient bei der Untersuchung ausgesetzt war. Das DFP ist für die Risikobeurteilung einer Strahlenexposition von großer Bedeutung. Die Maßeinheit ist das cGy*cm² (centi-Gray*Quadratzentimeter) bzw. Gy*cm² (Gray*Quadratzentimeter) oder in µGy*m²

Erfolgt in der konventionellen Diagnostik noch keine direkte Messung der Strahlenexposition mit einem Messgerät für das Dosisflächenprodukt, kann ersatzweise die Einfallsdosis nach DIN 6809- Teil 7 aus den fünf Parametern:

•    Hochspannung (kV),
•    Strom- Zeit- Produkt (mAs),
•    Fokus-Haut-Abstand (FHA),
•    Filter und
•    Dosisausbeutefunktion der Röhre der Anlage berechnet werden (K-Wert).
 

(Die Dosisausbeutefunktion kann in den meisten Fällen vom Hersteller oder einem Sachverständigen mitgeteilt werden.)

Die von der Abteilung Strahlenschutz des BAG festgelegten diagnostischen Referenzwerte sollen mit ihren Dosisgrenzwerten der Strahlenoptimierung und Qualitätssicherung dienen. Durch sie sollen Situationen erkannt werden, in denen die Patientendosis ungewöhnlich hoch ist, die Ursache hierfür gesucht werden muss und Abhilfemaßnahmen zu erwägen sind. Die Diagnostischen Referenzwerte (DRW) stellen keine Grenzwerte für Patienten dar und gelten nicht für einzelne individuelle Untersuchungen.

Sie dienen in der radiologischen Diagnostik als Richtwerte; die Untersuchungen sollen so optimiert werden, dass die DRW im Mittel (mindestens 10 Untersuchungen der gleichen Aufnahmetechnik und Körperregion) nicht überschritten werden. Abweichungen im Einzelfall sind zu begründen, der Grund zu dokumentieren. Für Patienten existieren keine Dosisgrenzwerte. Die Grundsätze der Rechtfertigung und Optimierung von Röntgenuntersuchungen garantieren einen angemessenen Strahlenschutz. 

Literatur

 

Um die Tabellenkalkulationen herunterzuladen, klicken Sie auf den Link. Die Datei wird in dem download Ordner Ihres PC oder Mac abgelegt.

 
 

 


Umrechnung Flächendosisprodukt

 

 

Fachkontakt Abteilung Strahlenschutz des Bundesamt für Gesundheit (BAG)  str@bag.admin.ch 

 

Letzte Änderung am: 17.07.2017